Schlösser
Schlösser und Schlüssel dienen dem Menschen seit Jahrtausenden dazu, sein Eigentum vor fremden Zugriff zu schützen.Die Abbildung zeigt ein altes Truhenschloss.
Schließsicherheit
Die wichtigste Anforderung an ein Schloss ist die Sicherheit gegen unbefugtes Aufsperren. Nach steigender Sicherheit geordnet, ergibt sich folgende Liste:
- Buntbartschlösser
- Besatzungsschlösser
- Zuhaltungsschlösser
- Schlösser mit Schließzylindern
- Elektronische Schließsysteme
Das Buntbartschloss
Das Buntbartschloss findet seine Verwendung typischerweise bei Zimmertüren, da hier keine große Sicherheit gegen unbefugtes Aufsperren notwendig ist und die Schlösser preiswert sind.
Die Schlüssel für das Buntbartschloss unterscheiden sich lediglich durch das Profil des Bartes.
Die Variarionsmöglichkeiten des Bartes sind gering und damit ist die Schließsicherheit gering.
Die Abbildung zeigt das Buntbartschloss in dem Zustand, wie es in einer nicht versperrten Zimmertür vorzufinden ist. Die Falle wird von der Fallenfeder in das Schließblech der Zarge gedrückt und der Riegel ist nicht ausgefahren.
Das Chubbschloss
Beim Chubbschloss führt die Verwendung mehrerer übereinander liegender Zuhaltungen zu einer Erhöhung der Schließsicherheit. Alle Zuhaltungen müssen gleichzeitig vom Schlüssel angehoben werden, damit alle Zuhaltungsfenster gleichzeitig einen Kanal für den Riegelstift bei der Bewegung des Riegels frei geben. Der Schlüssel hat eine gestuften Bart, die Stufen sind auf die Zuhaltungsbleche hin in der Höhe abgestimmt.
Das große Foto zeigt ein Chubbschloss mit Wechsel. Der Schlüssel hat die Zuhaltungen gerade angehoben.
Detailaufnahme:
Die hintereinander liegenden Zuhaltungsbleche sind vom Schlüssel so angehoben, dass der Riegel bewegt werden kann.
Links oberhalb des Schlüsselbartes ist der mit dem Riegel verbundene rechteckige Tourstift zu erkennen. Hebt der Schlüssel die Zuhaltungsbleche nicht an, verhindert der Tourstift die Riegelbewegung. Er befindet sich in einer der drei Einkerbungen der Zuhaltungsbleche.
Die Abbildung unten zeigt ein geöffnetes Vorhangschloss mit messingfarbenen Zuhaltungsblechen. Am Schlüsselbart sind die Stufen für die einzelnen Zuhaltungsbleche zu erkennen.
Das Schloss mit Schließzylinder
Das Schloss mit Schließzylinder bietet eine hohe Sicherheit gegen Nachsperren. Dies wird einerseits durch eine unterschiedliche Profilierung der Schlüssel und andererseits durch Anzahl und Art der Stiftpaare erreicht. Hochwertige Schließzylinder erhalten mehr als fünf Stiftpaare. Damit ein Schloss geöffnet werden kann, ist an dem drehbaren Zylinder ein Schließbart angebracht.
Weiter Vorteile sind:
- genormte Abmessungen
- leichtes Auswecheln des Schließzylinders im Schloss
- bei Schlüsselverlust muss nur der Zylinder getauscht werden
- Schließanlagen sind leicht herzustellen
Die Abbildung zeigt und benennt die wichtigsten Teile eines Zylinderschlosses.
Funktionsprinzip des Zylinderschlosses
Die animierte Abbildung zeigt einen Schließzylinder, in den ein Schlüssel eingeführt wird. Der Schlüssel drückt die Kern- und die Gehäusestifte gegen die Kraft der Federn nach unten.
Bei dem falschen Schlüssel befinden sich die Scherlinie zwischen Zylinder und Gehäuse und die Trennlinien von Kern- und Gehäusestiften nicht auf einer Höhe. In der Abbildung unten verhindern der erste und der vierte Stift eine Drehung des Zylinders. Das Schloss läßt sich nicht öffnen.
Bei dem richtigen Schlüssel befinden sich die Scherlinie zwischen Zylinder und Gehäuse und die Trennlinien von Kern- und Gehäusestiften auf einer Höhe. Der Zylinder kann mit dem Schlüssel gedreht werden. Das Schloss läßt sich öffnen.
Wichtige Schlossmaße
Die Hauptmaße eines Schlosses sind die Entfernung und das Dornmaß.
Das Dornmaß ist der Abstand von der Vorderkante Stulp bis Mitte Nuss bzw. Schlüsselloch.
Entfernung ist der Abstand Mitte Nuss bis Mitte Schlüsselloch
Weitere wichtige Maße sind: Kastenbreite und -höhe, Stulpbreite und -höhe, Stulpdicke, Dicke des Nussvierkantes für den Drücker.
| Zimmertür- schloss |
Haustür- schloss |
|
| Dornmaß | 55mm | 60mm |
| Entfernung | 72mm | 92mm |
| Drückernuss | 8mm | 10mm |
| Kastenbreite | 85mm | 95mm |
| Kastendicke | 13,5mm | 14mm |
| Stulpbreite | 20mm | 22mm |
| Stulpdicke | 3mm | 3mm |
Die Tür
Mit Hilfe des Türbildes sollen einige Begriffe rund um die Tür geklärt werden. Fahre die Abbildung mit der Maus ab und klicke bei einem Link.
Das Schloss hat die Aufgabe die Tür zu verschließen und zu versperren. Schließen bedeutet, dass die Tür mit Hilfe der Schlossfalle im Schließblech festgehalten wird. Jedermann kann die Tür mit Hilfe des Drückers öffnen. Sperren bedeutet, dass die Tür von dem mit einem Schlüssel betätigten Schlossriegel im Schließblech gehalten wird. Nur der Schlüsselbesitzer kann die Tür öffnen.
Das Schließblech ist in der Zarge bzw. im Mauerwerk verankert. Es nimmt die Schlossfalle und den Schlossriegel auf.
Die Türzarge ist der Außenrahmen der Tür. Sie ist fest mit dem Mauerwerk verbunden und besteht bei Zimmertüren aus Holz, bei Wohnungseingangstüren oder FH-Türen aus Stahl.
Das Türblatt oder der Türflügel besteht aus einem Rahmen und der Türfüllung. Je nach Türart ist die Füllung vollwandig oder verglast.
Die Türbänder stellen die mechanische Verbindung zwischen der Zarge und dem Türblatt her. Sie ermöglichen die Drehbewegung des Blattes.
Die Drückergarnitur dient zur Bedienung der Tür und des Schlosses.
Die Linke und die Rechte Tür
Türen können unterschiedlich in der Zarge befestigt werden. Die beiden Abbildungen zeigen die Möglichkeiten.
Nach DIN 107 werden diese Türen als Linke bzw. Rechte Drehflügeltür bezeichnet.
Um die Türart zu bestimmen, wird auf die Bandseite geschaut.
Liegen die Bänder rechts, handelt es sich um eine Rechte Tür.
Liegen die Bänder links, handelt es sich um eine Linke Tür.